HSS (High Speed Steel / Schnellarbeitsstahl)

Legierter Werkzeugstahl (z. B. M2, HS6-5-2), der durch Wärmebehandlung gehärtet wird. Klassischer Standard für Bohrer, Fräser, Gewindewerkzeuge.

VHM (Vollhartmetall / Hartmetall)

Sinterwerkstoff aus Hartstoffkörnern (meist WC = Wolframcarbid) und Bindemetall (Kobalt). Extrem hart, deutlich verschleißfester als Stahl.

Direkter Vergleich

Eigenschaft HSS VHM
Härte ca. 62–67 HRC ca. 88–94 HRA (≈ viel höher)
Verschleißfestigkeit mittel sehr hoch
Zähigkeit (Bruchfestigkeit) hoch mittel bis niedrig
Wärmebeständigkeit bis ~600 °C bis ~900–1000 °C
Schnittgeschwindigkeit niedrig–mittel hoch
Standzeit geringer deutlich höher
Anschaffungskosten niedrig hoch
Nachschleifbarkeit sehr gut begrenzt/aufwendig
Empfindlichkeit gegen Schlag gering höher (spröder)

 Einsatzbereiche

HSS – sinnvoll wenn:

  • Einzel- oder Kleinserienfertigung
  • Hand- und Ständerbohrmaschinen
  • instabile Aufspannung / Vibrationen
  • unterbrochene Schnitte oder harte Bedingungen
  • Kosten entscheidend sind

👉 Typisch: universelle Bohrer, Gewindebohrer, einfache Fräser

VHM – sinnvoll wenn:

  • Serien- oder Hochleistungsbearbeitung
  • CNC-Bearbeitung mit hohen Drehzahlen
  • harte oder abrasive Werkstoffe (Edelstahl, Guss, gehärtete Stähle)
  • hohe Präzision und Oberflächengüte gefordert ist

👉 Typisch: moderne Schaftfräser, Mikrobohrer, Hochleistungswerkzeuge

⚙️ Praxis-Kernunterschied (wichtigste Faustregel)

  • HSS = robust, günstig, flexibel
  • VHM = schnell, präzise, langlebig – aber empfindlicher und teurer

💡 Kurz gesagt

Wenn du Stabilität und geringe Kosten brauchst → HSS
Wenn du Produktivität, Standzeit und Schnittgeschwindigkeit maximieren willstVHM

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